Atelier “Gleis 3”
Bärbel Ludwig

BuiltWithNOF
Presse

Artikel des Solinger Tageblatts vom 26. April 2010

Bunte Ausstellung junger Talente

Eine bunte Mischung aus klassischen und modernen Melodien war am Samstag im Atelier “Gleis 3” zu hören. Als Abschluss der Ausstellung unter dem Titel “Außer ein wenig Klavier spielen, können wir auch ein wenig malen” zeigten 15 Schüler der Wuppertaler Klavierlehrerin Angela Lüke-Noffke ihr musikalisches Können und ihre Fingerfertigkeit am Piano.
Die “Setlist” war ebenso vielseitig wie die Ausstellung selbst und reichte von Klassikern wie Schuberts Sehnsuchtswalzer und Mozarts Kleiner Nachtmusik zu Filmmusik von Hannah Montana und “Spiel mir das Lied vom Tod”. Einigen der angehenden Pianisten war die Nervosität deutlich anzumerken. Trotz der kleinen Patzer haben sie ihr Programm souverän durchziehen können und gewannen die Sympathie ihrer Zuhörer.
Die Ausstellung selbst war ebenso wie das Konzert ein Ausdruck jungen künstlerischen Könnens. Insgesamt 48 Bilder und Objekte der Klavierschülerinnen Luzie Freitag (13), Aylin Neufeld (19), Laura (11) und Luisa Schmidt-Russnak (13) sowie Viktoria Reschke (16) und Christina Siebert (19) waren im Atelier “Gleis 3” zu bewundern.
Unter handwerklicher Anleitung dreier Wuppertaler Kunstwerkstätten und Malschulen entstanden Gemälde und Plastiken unterschiedlichster Techniken von Aquarell bis Ölmalerei. Experimentierfreudig in Bezug auf Formen und Farben, ließen die Jugendlichen ihrer Fantasie freien Lauf und schufen bunte Tierbilder, Landschaften und Portraits. Somit ließ sich die Ausstellung auf kein Oberthema zusammenfassen, sondern spiegelt die Vielfalt der Kunst wider.
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Artikel der Solinger Morgenpost vom 14. Januar 2010

Ein Buch mit sechs jungen Autoren

Von Wolfgang Günther

Sandy Green hatte eine Idee und fand auch schnell Mitstreiter, um ihren Plan zu verwirklichen. Junge Menschen sollten an das Schreiben herangeführt werden, Anleitungen bekommen – „so wie ich es mir in meiner Jugend selbst gewünscht hätte“, sagt die Solinger Autorin bei der Vorstellung des Buchprojektes „Entwicklungen“. Sie tat an Schulen heran, fand in den Stadtwerken einen Sponsor und mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen einen Kooperationspartner. „Ich war gleich begeistert von dem Projekt“, berichtet Caritasdirektor Dr. Christoph Humburg, „auch deshalb, weil Schüler mitgemacht haben, die wir in unserem Migrationsdienst betreuen.“

Balagee Arulrasa (18) wurde in Bangkok (Thailand) geboren, er besucht ein Berufskolleg und schrieb mit seinem Freund Thanusaan Vasanthan einen spannenden Text, in dem es nur so von Elfen und Zwergen wimmelt. „Wir sind eben große Freunde von Fantasiebüchern“, lachen die jungen Autoren. Ab September haben sich die Schüler regelmäßig getroffen, ihre Texte vorgelegt, in diesen Workshops Anleitungen von Sandy Green bekommen und ihre eigene Kreativität entdeckt. Aus dem Projekt ist ein hübsches Buch geworden – der von der Solinger Künstlerin Martina Evertz (Atelier button-art) gestaltete Einband fällt ins Auge.

„Wir waren total nervös“, erzählen Lia Cappai und Joshua Meis, nachdem sie im Atelier Gleis 3 in den Güterhallen etwas aufgeregt Ausschnitte aus ihren Texten vorgelesen haben. Die beiden 15-jährigen Schüler der Gesamtschule Solingen wurden von ihrer Deutschlehrerin auf das Projekt aufmerksam gemacht.

Anna-Lisa Büchter, Schülerin des Gymnasiums Schwertstraße, gibt zwar als Hobby Kampfsport an, aber ihr Text „Auf der Suche“ beschreibt eine wundersame Reise. Pia Schmidt (15) erzählt die Geschichte einer Frau, die sich von ihrer verschmähten Liebe befreit. Auf die Frage, ob aus den Erfahrungen im Workshop mal ein Berufswunsch werden könnte, rufen die Schüler ein lautes „Nein“ im Chor. Balagee Arulrasa möchte gerne einen Pflegeberuf ergreifen, die anderen sind unschlüssig. Aber alle sind überzeugt, dass sie motiviert wurden und das Schreiben weiter als Freizeitgestaltung betreiben möchten.

Vielleicht wird dies erneut zu einem Buch, jedenfalls Bücher signieren und Autogramme schreiben, das konnten die jungen Autoren nach der Lesung schon sehr gut.

 

Artikel der Solinger Morgenpost, 24. Februar 2009

Musikalischer Kontrast zum Karneval auf höchstem Niveau

von Sandra Heinzelbecker

Es war gedacht als Kontrastprogramm zu den unzähligen Karnevalsfeiern. Das Konzert stand deshalb unter dem Motto „Kammermusik kennt keinen Karneval“ und lockte zahlreiche Besucher ins Künstleratelier „Gleis 3“ von Bärbel Ludwig. Anlässlich des 200. Geburtstages von Felix Mendelssohn Bartholdy im Februar dieses Jahres, hatten die beiden Musiker ein völlig neues Programm zusammengestellt. Sie nutzten die beiden großen Cello-Sonaten, die Mendelssohn komponierte und spielten eine zu Beginn des Konzertes und eine als krönenden Abschluss. „Mendelssohns Puls schien schneller geschlagen zu haben als die der anderen Komponisten“, erklärte der Pianist J. Marc Reichow die Vorliebe Bartholdys zu schnellen Tempi. Als Ausgleich dazu waren die übrigen Stücke etwas ruhiger und gemäßigter gewählt. J. Marc Reichow verbindet eine zwanzigjährige Zusammenarbeit mit dem Cellisten Arne Neckelmann, die in der Kammermusikklasse des Amadeus-Quartetts an der Kölner Musikhochschule begann. Seither hatten sie viele gemeinsame Auftritte. Das erklärt auch ihr durchweg harmonisches Zusammenspiel, mit dem sie die Zuhörer in ihren Bann zogen. Mit dem bewegten „Allegro assai vivace“ der 2. Sonate D-Dur von Mendelssohn fand das Konzert sofort einen stimmungsvollen Auftakt. Heiter ging es weiter mit dem „Allegretto scherzando“. Arne Neckelmann verzauberte mit den sinnlichen Klängen seines Cellos, ob mit Zupfen oder Streichen, das Publikum. Nach dem sehnsüchtigen „Adagio“ verbanden sich im „Molto Allegro e vivace“ Cello und Klavier wieder zu einem munteren Zwiegespräch. Gefühlvoll interpretierten Reichow und Neckelmann Antonín Dvoráks „Waldesruhe“. Zart ließen sie die Melodie schweben, um dann Klavier und Cello in einen angeregten Dialog treten zu lassen. Mit der melancholischen „Elégie“ von Gabriel Fauré entführten die beiden Musiker ihr Publikum in eine Welt der Träume. Auch einen Ausflug in die moderne Musik wagten Reichow und Neckelmann, indem sie die „3 kleinen Stücke“ von Anton Webern gleich zweimal spielten. Um zu beweisen, dass Kammermusik keinesfalls bierernst sein muss, streuten die beiden Musiker Anekdoten aus ihrer Kindheit und aus den gewitzten Briefen Bartholdys ein, der einst ein Solinger Messer verschenkte. Die 1. Sonate B-Dur von Mendelssohn ließen Reichow und Neckelmann mit den schnellen Klangfolgen und enormen Steigerungen zu einem wahren Hörgenuss werden. Mit ungeheurer Intensität interpretierten die beiden Musiker die sanften Passagen des „Andante“ ebenso wie die kraftvollen des „Allegro assai“, bis sie es schließlich leise ausklingen ließen. J. Marc Reichow und Arne Neckelmann feierten mit diesem Konzert nicht nur würdig den 200. Geburtstag Bartholdys, mit ihrer Virtuosität und dank der hervorragenden Akustik des Ateliers ließen sie den Nachmittag zu einem wahren Klangerlebnis werden. Das Publikum war begeistert.
 

Artikel der Solinger Morgenpost, 12. Januar 2009

Mefisto und Dr. Faustus schlossen im „Gleis 3“ ihren Vertrag

von Sandra Heinzelbecker

Es schien so manchen zu erstaunen, dass sich Jugendliche freiwillig mit den klassischen Texten von Goethe auseinandersetzen. Das Ensemble des Hammer Fausttheaters tut dies mit Leib und Seele und das schon seit fünf Jahren. Wie bereits der Name verrät, haben sie sich mit der Geschichte des Magisters Faust beschäftigt. Mit „Dr. Faustus“ war das Fausttheater mit einer ganz eigenen Interpretation zu Gast im Atelier „Gleis 3“. Entwickelt wurde das Stück vom kompletten Ensemble, das sich aus Schülern und Ehemaligen verschiedener Hammer Schulen zusammensetzt. Geleitet wird die Gruppe von Lehrern und Theaterpädagogen. Vor dem institutionellen Hintergrund der Malteser Hilfsorganisation stellt sich die Theaterarbeit auch als Teil der Therapie für ehemalige Drogenabhängige dar. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich das Fausttheater in ihren Interpretationen vor allen Dingen mit dem Bösen, das in jedem Menschen schlummert, beschäftigt. Und das gelingt ihnen mit einer ungeheuren Intensität. Bereits im Prolog Mefistos zu Beginn des Stückes macht dieser deutlich: „Ich bin der Teil in dir, den du sehr gut als böse kennst.“ Mefisto wettet mit Gott, dass er dem als tugendhaft geltenden Magister Dr. Faustus seine Seele abkaufen könne. Dr. Faustus, der einzig an die Wissenschaft glaubt und von der krankhaften Liebe zu Gretchen besessen ist, geht auf einen Handel mit Mefisto ein. Jung, schön und reich soll ihn der Teufel machen und er soll Gretchen besitzen. Mefisto gelingt es tatsächlich, den Doktor mit Gretchen zusammen zu bringen. Doch kann er nicht verhindern, dass Gretchen schließlich doch lieber stirbt, als einen Pakt mit dem Satan einzugehen. Dr. Faustus’ Seele hingegen ist Mefisto sicher. Doch Mefisto kann letztendlich nur siegen, weil das Böse in Dr. Faustus selbst steckt. Peter Löffe zeigte einen Faustus, der von seiner Obsession beherrscht wird, ein ruheloser, zwanghafter Geist. Von ungeheurer Präsenz Aaron Deusing als Mefisto. Er verkörperte das Böse auf äußerst überzeugend diabolische Weise. Mit enormer schauspielerischer Kraft verlieh das komplette Ensemble der klassischen Geschichte neues Leben und würzte den schweren Stoff mit einer erfrischenden Prise Humor. „Theater soll nicht nur unterhalten“, erklärte Aaron Deusing, „es soll auch einen bildenden Charakter haben.“ Leiter Norbert Hagen betonte: „Ich bin der Meinung, dass junge Leute unserer Gesellschaft etwas zu sagen haben.“ Wie sehr Bildung und die Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft auch unterhalten können – das stellte das Fausttheater mit seinem „Dr. Faustus“ überzeugend unter Beweis.

 

Artikel der Solinger Morgenpost, 21. Oktober 2008

Der bunte Herbst mit der Sandy Green

(mh) Der Herbst mit all seinen Facetten war das Thema der Lesung “Herbstzeitloses” von Sandy Green im Atelier “Gleis 3” in den Güterhallen. Zum ersten Mal präsentierte die gebürtige Mannheimerin, die seit eineinhalb Jahren in Solingen lebt, ihre Werke in der Klingenstadt. “Der Herbst hat viele Seiten”, erklärte sie zu Beginn, “er kann bunt und sonnig sein, aber auch grau und dunkel. Und er bezeichnet nicht nur eine Jahreszeit, sondern auch einen Lebensabschnitt.”
Vielseitig wie diese Definition waren dann auch die Texte, die die 39-Jährige vortrug: Neben Haikus, die in knappen Dreizeilern vor allem die Natur und ihre Betrachtung behandeln, las Green Gedichte, Kurzgeschichten und zwei Fabeln. “Die Texte habe ich in den letzten Jahren geschrieben und für diese Lesung thematisch zusammengestellt”, erzählt die Autorin. Ihre Inspiration entnehme sie verschiedenen Quellen: “Ein wichtiges Thema für mich ist die Natur. Aber auch alles, was mit Menschen und zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun hat, so auch Konflikte und Ängste.” Und auch die Liebe spielt in vielen Texten eine wichtige Rolle: Sei es als tragische Liebesgeschichte der personifizierten Elemente Wasser und Luft in der Kurzgeschichte “Aura und Oceanus” oder in dem Gedicht “Dein Blick”, welches das Ende einer Beziehung behandelt und das Thema Herbst ein weiteres Mal aufgreift.
Musikalisch begleitet wurde die Autorin dabei von dem Bariton Olaf Bitzer, der Arien von Mozart und Schubert sang. Sie schreibe, erzählt Sandy Green, seit sie einen Stift halten könne. “Eine literarische Lieblingsform habe ich aber nicht, das ist immer von meiner Stimmung abhängig.” Drei ihrer Werke wurden bereits veröffentlicht. Am Sonntag, 26. Oktober, 15 Uhr, liest Sandy Green im Atelier “Gleis 3” im Rahmen der Ausstellung “Ohne Glanz und Glamour” aus ihrem neuen Roman “Zaunkönigin”. Mehr Informationen über die Autorin und ihre Arbeiten auch im Internet.

 

 

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